Dienstag, 25. August 2009

Einmal trifft er jeden: Der Fluch der Pharaonen

Es war nur eine Frage der Zeit. Was genau Schuld war, wissen wir nicht. Nur eines ist sicher: Es ist soweit. Christian liegt flach und hat die ersten zweifelhaften Medikamente gegen Durchfall intus. In meiner ersten Mission wagte ich mich ohne jegliche Begleitung auf Alexandrias Straßen. Ich wurde weder mit Steinen beworfen (Sally sagte, einer Kollegin sei das morgens einmal passiert), noch dumm angemacht - und nach einem kurzen Irrlauf, weil die Pharmacy nicht unmittelbar „behind the hotel“ (wie der Concierge sagte), sondern eine Straße dahinter war, kam ich auch schon an der Apotheke an. Chris‘ Hinweis, dass man einen echten Apotheker daran erkennt, dass er Englisch kann (ist Teil des Lehrplans bei der Apothekerausbildung), hat übrigens gestimmt! Der Apotheker konnte fast besser Englisch als ich und hat mir gleich ein Mittel gegen Durchfall mitgegeben. Erste Befürchtungen, dass es sich um ein Mittel für Tiere handeln können (Einer Freundin wurde ein Durchfallmittel für Pferde gegeben, als sie in Ägypten war!), konnte ich direkt ausschließen. Die Packung sah vertrauenswürdig aus. Ein englischer Beipackzettel lag bei, der behauptete, dass das Mittel selbst für schwangere u/o stillende Frauen geeignet sei. Jetzt müssen wir nur noch warten, bis die Medizin erste Wirkung zeigt. Gott sei Dank, blieb ich bisher vom Fluch verschont. Aber ich habe meine Zeit eigentlich auch schon „abgesessen“ - damals in Algerien.

Heute Morgen war ich zum zweiten Mal, seit ich hier bin, in der Schule. Langsam wird es ernst! Die Fachleiterin war da. Sie heißt Barbara, kommt aus Hamburg, ist seit 30 Jahren Lehrerin - und ihr Mann ist Franzose. Mr. Nabil ist ebenfalls wieder im Land. Ab Sonntag um 8.30 Uhr beginnt für mich die Eingewöhnungswoche. Warum ich als Einzige von den drei Deutschlehrerinnen schon um 8.30 Uhr da sein muss (die anderen kommen eine Stunde später), ist mir zwar schleierhaft, aber es schadet mir auch nicht. Irgendwann muss ich schließlich anfangen, das frühe Aufstehen zu üben. Während der Vorbereitungszeit wird es erste Staff Meetings geben, der Lehrplan soll erstellt und erste Unterrichtsstunden vorbereiten werden. Ich bin schon ziemlich nervös und habe ob der Professionalität von Babs schon die ersten massiven Selbstzweifel. Dennoch: Ich versuche positiv zu denken. Alles wird gut. Tschaka!

3 Kommentare:

  1. Nervosität ist völlig fehl am Platz - du wirst die Schule rocken! Ich bin schon sehr gespannt, wie die ersten Tage sein werden. Alles, was du bis jetzt geschrieben hast ist seeehr spannend für uns armen Zurückgebliebenen.
    Und natürlich gute Besserung für Chris, den armen Menschen.

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  2. Dem kann ich mich nur anschließen, ich warte ja schon täglich auf News. GLG an euch - und ans Schlindie sowieso

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  3. Vielen Dank für die Grüße und Genesungswünsche. Natürlich bin ich stärker als der Fluch der Mumie! ;-)

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