Dienstag, 31. Mai 2011

Eskalieren für Dummies

Live dabei: Grade eben wurde aus ner Mücke ein Elefant gemacht. Im Flughafen: Ein Mann hatte scheinbar einen hysterischen Anfall und lief mit seinem Essbesteck "What have I done?" schreiend im Kreis herum. Die ersten Kopftuchträger rannten schon weg. Und wenn jemand wegrennt, schau ich natürlich gleich mal nach, was los ist. Der Mann lief eigentlich immer nur im Kreis herum und wiederholte sich. Er schrie. Okay, das klang bedrohlich. Das war aber auch alles. Er versuchte nicht, sich auf jemanden zu stürzen. Er drohte auch keinem. Er hatte aus irgendeinem Grund seine Hose offen. Und er trug etwas in der Hand, was auf den ersten Blick wie eine Waffe wirkte. Als ich sah, dass es nur ein Essbesteck war und keiner was unternahm, fragte ich ihn, was denn los sei. Er reagierte zuerst nicht, aber ich hab noch zwei Sätze weitergesprochen und bin vorsichtig einen Schritt näher. Worauf ein Typ, der die ganze Zeit nichtstuend auf seinem Barhocker saß, meinte, ich solle besser wegbleiben. Ich ignorierte ihn, weil ich das Gefühl hatte, dass der Hysterische sich etwas beruhigte. Als ich noch einen Schritt auf den Mann zugehen wollte, fühlte sich der Barhocker-Fritze animiert, lieber mal selbst einzugreifen - und sprach total aggressiv mit dem Verwirrten. Forderte ihn auf, sich zu beruhigen und das Messer aus der Hand zu legen. Ich versuchte zu deskalieren, indem ich dem Mann fragte, was denn los sei und ihm sagte, die Leute bekämen Angst vor ihm. Wer weiß, was genau dazu führte - der Mann legte das Besteck weg. Und der Barhocker-Fritze bekam es plötzlich mit dem Mut zu tun. Plusterte sich vor ihm auf, sagte er solle sich endlich beruhigen (dabei war er schon auf dem Weg dahin) und rückt ihm auf die Pelle. Dann kam auch noch ein "Sicherheitsbeamter" - und sie trieben den armen Kerl gemeinsam in die Enge. Dabei hätten sie ihn einfach nur in ruhigem Ton in ein Gespräch verwickeln müssen. Kaum ging der vermeintliche Terrorist, dem man deutlich die Panik im Blick ansah zwei Schritte zurück, liefen drei weitere Männer ihn zu. Und wie sollte es anders sein: Der Mann tickte aus, stieß die anderen weg und wollte abhauen. Worauf sich gleich ein ganzer Pulk auf ihn stürzte und ihn niederdrückte. Ich sagte, sie sollen ihn in Ruhe lassen, er habe gar nicht gemacht. Meinte einer der Araber: "Holding a knife is nothing?" (Wir standen in der Mitte eines Restaurant... alle Anwesenden hielten ihr Besteck in den Händen). Ich antwortete: "It was a butterknife!" Aber der Mob war längst blind und keiner hörte auf mich.
Da ich sowieso nichts weiter tun konnte, wollte ich mir das Elend nicht länger anschauen und bin gegangen, während sich die Menge um das Spektakel rottete. Entwarnung: Er lebt noch, wurde ca. 20 Minuten später in Handschellen abtransportiert. Hoffentlich tun die ihm nichts. Dilettanten. Und am ganzen Flughafen: Keine Polizei! Während die Metro an jeder Station bewacht wird, gibt es hier nur "Sicherheitsleute" (die wohl eher dafür zuständlig sind, den Weg zu weisen oder alte Leute mit dem Wagen rumzufahren), die mit der Situation sichtlich überfordert waren. Einer bekam nicht mal die Handschellen auf, die er dabei hatte. Das Schlimme: Es war deutlich sichtbar, dass sich der geistig Verwirrte wegen etwas aufgeregt hatte, das scheinbar kurz vorher passiert war. Dabei hatte er vermutlich das Besteck nur zufällig in der Hand. Es war nämlich benutzt und er hatte auch eine Gabel - anzunehmen, dass er einfach vom Essen aufgestanden war. Er trug sie auch wie Besteck und nicht, als wollte er sie als Waffe benutzen. Man sah, dass er sich nur wenig später seinem eigenen Anblick bewusst war - aber keinen Plan hatte, wie er jetzt das Besteck los würde. Als er es dann aus der Hand legte und sagte, er wolle doch nur, dass ihm einer helfe/zuhöre, haben sich alle auf ihn gestürzt. Einfaches Reden wäre alles gewesen, was es gebraucht hätte. Und ich hasse Menschen wie den Barhocker-Fritzen, die erst dann mutig werden, wenn der andere hilflos ist - aber sonst total feige sind. Obwohl der sich jetzt wahrscheinlich als Held fühlt, da er ja eingegriffen hat, damit ich nicht weiter auf den Mann zugehe. Hoffe nur, die tun dem nix. Der Mann war nämlich Ausländer und die werden hier ja nicht nett behandelt. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum er sich überhaupt aufgeregt hat... kam bestimmt so ein sich selbst verherrlichender Araber mit seiner "Die Welt gehört mir"-Einstellung... womöglich war's sogar der, der weggerannt ist, als der Mann zu schreien anfing. Ach, die Welt ist manchmal ziemlich scheiße - und man kann gar nichts tun, um das zu verhindern.

Montag, 30. Mai 2011

Auszug aus Ägypten

Der Horrotrip nach Alexandria konnte letztlich nicht verhindert werden. Jemand musste die Wohnung ausräumen - und dieser jemand war ich. Gott sei Dank hatte ich Nagwas Unterstützung dabei, die mit mir zwei von vier Tagen räumte. Und Omar, der mit mir Kisten & Möbel aus der Wohnung schleppte und versprach, sich um den Verkauf meiner "Wertsachen" zu kümmern. Und nicht zu vergessen Dina, die all den Sachen, die ich nicht direkt mitnehmen konnte, ein Asyl gab. Danke dafür!

Über Qatar kam ich also Anfang April wieder nach Alex - und war direkt genervt von der Lahmheit der Zollbeamten: Zwei Beamte stempeln in Ägypten langsamer, als sonst wo ein halber. Beliebteste Anstell-Form selbst am neuen Borg el Arab-Flughafen ist immer noch die Menschentraube. Dafür hatte ich mal wieder direkt eine Mitfahr-Gelegenheit gefunden: mein Sitznachbar, dem ich das Verhandeln mit Taxifahrern jedoch erst beibringen musste. Er war doch tatsächlich überzeugt, dass man für unter 150 L.E. nicht nach Alex käme. Letztlich sind wir für 60 L.E. gefahren!

In der Wohnung angekommen musste ich feststellen, dass ich zwei Monate das Licht habe brennen lassen. Immerhin war's eine Energiesparlampe. Und ich habe auch mein erstes Erdbeben erlebt. War zwar nur kurz, aber wenn im 13. Stock plötzlich die Lampe hin und her schwingt, wird einem anders.

Hier einige Impressionen von der Gewaltaktion: "Wohnung ausräumen in 4 Tagen!"

Überall Koffer - insgesamt 116 kg Gepäck, die wieder zurück nach Deutschland mussten. Wann genau hatten wir das alles nach Ägypten geschleppt?

Die Überreste meines Arbeitsbereichs.

Unglaubliche 16 Säcke voll Zeug habe ich Nagwa geschenkt. Erschreckend, was sich in eineinhalb Jahren so alles anhäufen kann.

Am Ende war's geschafft - und ich habe alles, wirklich alles wieder entfernt: selbst die Energiesparlampen, die Matratze und den Duschvorhang. Meinen raffgierigen Vermietern (3.000 L.E. für eine Wohnung, die max. 2.500 L.E. Wert ist) wollte ich nichts überlassen. Es war alles so sauber, als hätte ich nie darin gewohnt.

Die Küche glänzte - soweit es ihr möglich war.

Auch das Schlafzimmer: sauber wie selten.

Und ewig unvergessen: Der Blick vom Balkon bei Sonnenuntergang.

Zur Straße hin und über die Dächer der Stadt hinweg.

Und die schmale Aussicht aufs Meer...

und den Montazah-Park mit Palast. Ach... "schee war's".





48 Grad und es wird noch heißer

Ohne Worte!


Samstag, 28. Mai 2011

Grenzerfahrungen

Eine gute Sache hat sich gerächt. Wer als Deutscher über Dubai in den Oman kommt, braucht am Flughafen kein Touristen-Visum kaufen, sondern kann ein Dubai-Visum bekommen. Das ist kostenlos. Und man spart 20,00 RO. Viele wissen das nicht. Ich wusste es und bin gleich mal gebührenfrei ins Land. Aber auch ich wusste etwas nicht: Dieses Visum kann im Gegensatz zum Touristen-Visum nicht im Land verlängert werden. Und es gilt nicht vier Wochen, sondern nur drei!


Den Stempel, den ich hatte - deutlich zu sehen: nur 3 Wochen gültig!
Das Touristen-Visum, das ich besser gehabt hätte, sieht so aus.


Herausgefunden habe ich das so: Mein Visum musste verlängert werden. Wie immer habe ich bis auf den letzten Drücker gewartet. In meinem Fall nahm ich an, der letzte Drücker wäre einen Monat nach Einreise. Bei Muriya sagte man mir, ich könne das Visum einfach am Flughafen verlängern. Tatsächlich gibt es dort einen Schalter. Sehr praktisch. Der Schock: Der Beamte hinter dem Schalter wollte mir das Visum nicht verlängern, weil er nur Touristen-Visa verlängern könne und das sei keins. Auf meine Frage, was ich jetzt tun solle, es sei doch nur ein Stempel, ob er nichts machen könne, seine stoische Antwort: „Sie müssen aus- und wieder einreisen!“ Hört sich simpel an - wenn man sich in der Nähe einer Grenze befindet. Doch die Grenze zu Dubai ist vier Stunden von Maskat entfernt! Und ich war erst vier Wochen in Maskat und froh, dass ich den Weg zum Flughafen unfallfrei gefunden hatte. 
Alles argumentieren und selbst ein zaghafter Bestechungsversuch brachten mich nicht weiter. Panik stieg in mir hoch. Zur Grenze fahren? In einem wildfremden Land? Durch die Wüste (keine Ahnung, warum ich dachte, ich müsse durch die Wüste fahren *g*)?
Hinter mir stand ein Brite, der meine Verzweiflung spürte (ich blockierte auch lange genug den Schalter und redete auf den Beamten ein!). Er riet mir, zum Ministry for Immigration zu fahren und dort mit weiblichem Charme und etwas Kleingeld mein Glück zu versuchen. Er beschrieb mir grob den Weg - und mehr durch Zufall stand ich 10 Autominuten später und ohne mich verfahren zu haben genau vor dem richtigen Gebäude. Wie mir zwei hilfsbereite Pakistani durch Gesten zu verstehen gaben, denn ich hatte beschlossen aufgrund der Vielzahl der Ministerien im Stadtteil As Seeb doch lieber mal nachzufragen. Wie alle Ämter war auch dieses Ministerium ein Haus, das Verrückte macht. Allein auf der Suche nach dem Schalter für Touristenvisa wurde ich bei jeder Nachfrage angewiesen „to the back building“ zu gehen. Als ich am allerletzten Gebäude auf dem Gelände angekommen war, wurde ich wieder nach vorne geschickt. 
Kurz vor dem Nervenzusammenbruch fand ich endlich einen Schalter, von dem man mich nicht mit „go to the back building“ wegschickte. Helfen wollte mir die Dame hinter dem Schalter jedoch auch nicht. Sie wies mich an, zur Grenze zu fahren. Ich versuchte ihr klar zu machen, dass ich den Weg zur Grenze nicht kenne und alleine auch nicht fahren wolle und fragte, ob es keine andere Möglichkeit gäbe, den Pass zu stempeln. Es sei doch nur ein Stempel und dafür eine mindestens 8-stündige Autofahrt auf mich zu nehmen erschien mir mehr als unnötig. Die Frau neben mir versuchte es mit einem konstruktiven „Es fährt auch ein Bus.“ Am Zeitaufwand für die Fahrt schien sich keiner zu stören. Mein Kampfgeist war sowieso durch die Hitze und die nervtötende Suche nach dem richtigen Schalter gebrochen. Also fügte ich mich in mein Schicksal und schleppte mich aus dem Gebäude. 


Die Tatsache, dass es bereits nach 13 Uhr war, ließ meine Laune nicht gerade besser werden. Da ich aber am Flughafen mit Schrecken gemerkt hatte, dass ich schon zehn Tage über der erlaubten Aufenthaltsdauer war (ich hatte bei der Einreise nicht in den Pass geschaut und schlicht angenommen, das Visum gelte vier Wochen), traute ich mich nicht, erst am nächsten Tag zu fahren. Denn in dem Moment, als ich sah, dass ich überfällig bin, fiel mir prompt ein, dass Nancy erwähnt hatte, man müsse pro überzogenem Tag 50,00 RO bezahlen müsse (in Wahrheit sind es nur 10,00 RO... und man hat zusätzlich eine gewisse Kulanzzeit). 


Ich musste also herausfinden, wie man von Maskat nach Dubai kommt. Erste Idee: Im nächsten Coffee Shop nachfragen. Dort konnte man mir nicht helfen. Idee Nr. 2: Den nächsten Omani auf dem Parkplatz fragen. Er sagte mir, ich müsse nach Sohar (was auch richtig ist). Also fragte ich, wie man nach Sohar käme. Er fing an, mir zu erklären, dass ich zurück zum Flughafen fahren müsse (denn von dort geht‘s nach Sohar). Ich merkte an, dass ich das bereits wisse und versuchte es mit malen. Ich zeichnete auf meinen Notizblock die Autobahn, den Flughafen und einen Pfeil. Hinter den Pfeil schrieb ich Muttrah - um zu zeigen von wo ich gekommen war und dass ich wisse, wo der Flughafen ist. Allerdings war das ein Fehler, denn der Omani erklärte mir nun nicht mehr den Weg nach Sohar oder von Sohar nach Dubai, sondern wollte unbedingt alle Stadtteile aufzählen, die zwischen Muttrah und dem Flughafen liegen. Mir wurde klar, dass das Gespräch eine Sackgasse war. Ich bedankte mich und rief Abdullah an. Warum ich das nicht gleich gemacht habe, weiß ich nicht. Wahrscheinlich, weil ich Telefonieren hasse. 
Abdullahs Wegbeschreibung war schon besser. Einfach die Straße geradeaus bis nach Sohar. Und in Sohar geht‘s irgendwann links. Simpel. Ich machte mich also auf die Reise zur Grenze. 


War eigentlich wirklich ganz easy. Denn es führt eine Autobahn schnurstracks von Maskat nach Sohar. Keine verlassene Wüste musste durchquert werden. Eigentlich ging es mehr oder weniger am Meer entlang. Immer geradeaus - ewig. 
Während der Fahrt fiel es mir schwer, meine Aggressionen zu unterdrücken, die die „Fahrkünste“ der Omani in mir auslösten: Sie überholen in unberechenbaren Rechts-Links-Kombinationen (erst später klärte mich Chris auf, dass in den meisten Ländern das Rechtsüberholen erlaubt ist). Ständig wird man mit Lichthupe oder nur mit Hupe aufgefordert, die Spur zu wechseln, weil man zu langsam fährt. Wenn man nicht direkt weicht, wird man vom Hintermann praktisch angeschoben. Dabei ist die Höchstgeschwindigkeit auf allen Straßen 120 km/h! Die Bedeutung des Beschleunigungsstreifens ist den Omani unbekannt. Wenn, dann wird er eher als Anschleichstreifen interpretiert. Zusätzlich muss man höllisch aufpassen, weil ständig Fußgänger die Autobahn überqueren. Selbst sechs Spuren können sie davon nicht abhalten, gemütlich auf die andere Seite zu spazieren. Auf der Hinfahrt war das ja schon gefährlich. Auf der Rückfahrt bekam ich Kopfschmerzen, weil ich versuchte, schwarz gekleidete, dunkelhäutige Menschen in den Weiten der Nacht rechtzeitig zu erkennen! 


Unterwegs gab‘s viel zu sehen: Eine Wendeltreppe, die als Ganzes transportiert wurde. Ein schrottreifes Auto, das mit offenen Türen auf dem Abschleppwagen stand und an dem deswegen keine anderen großen Fahrzeuge vorbei fahren konnten. Und in Sohar dann die „Revolution“: Panzer, Soldaten, die Zelte der Demonstranten und den ausgebrannten Lulu-Hypermarket.


Weil ich nett bin, hab ich unterwegs sogar eine trampende alte Dame mitgenommen - was ich jedoch sofort bereute, als sie anfing, sich im Auto die Hornhaut abzupopeln, mein Essen wollte und annahm ich würde sie bis vor ihre Haustür fahren.  


Irgendwie, ich weiß nicht wie, habe ich es an die Grenze geschafft. Nach viereinhalb Stunden Fahrt, kam ich endlich an den einsamen (allerdings beeindruckend großen) Posten in den Bergen. Gedränge gab es keins. Und der Grenzwächter, dem ich meine ganze Misere durchs Fenster geklagt habe, war sehr freundlich. Er hat mir einfach einen Stempel in den Pass gehauen, Geld wollte er keins - und Schritt 1 der Aktion, nämlich die Ausreise, war geglückt. Ohne dass ich ein Vermögen lassen musste. Ich war erleichtert. Bis zum Grenzposten Dubai ging‘s weitere drei Kilometer die Bergstraße entlang. Im Gegensatz zu den Omani hatten die UEA nur einen schmucklosen Bunker aufgebaut. 
Geschafft - Ankunft im gelobten Land!
Eine Straße in den Bergen - ohne schönes, weites Meer 


Da ich wusste, dass ich den Mietwagen nicht über die Grenze nehmen durfte, parkte ich und stellte mich ohne Auto in die Autoreihe. Der Mann am Schalter zeigte gnädig auf ein Gebäude, ehe ich zuviel Auspuffgase schnuppern konnte. Dort bekam ich meinen Einreise-Stempel. Der Mann am Ausreise-Schalter (ein Bunker auf der anderen Straßenseite) schaute leicht irritiert, als er sah, dass mein Einreise-Stempel noch nicht mal richtig trocken war. Aber er sagte nichts weiter und stempelte brav. Ich fuhr zurück in den Oman und wurde bei der Wiedereinreise prompt gefragt, ob ich denn einen Fahrzeugbrief habe. Ich versuchte zu erklären, dass ich das Auto nicht über die Grenze gefahren hätte. Als niemand mich verstehen wollte, wiederholte ich immer nur „company car“. Wahrscheinlich dachte sich der Grenzwächter, dass ein weiteres Gespräch sowieso keinen Sinn habe und winkte mich durch (natürlich nicht, ohne vorher den Wagen zu durchsuchen *g*). Mit einem Touristen-Visum und damit dem vierten Stempel des Tages machte ich mich auf den Rückweg und erreichte „nur“ 11,5 Stunden nach meiner Abfahrt vom Ministerium endlich mein Bett. Das ist damit meine längste Autofahrt an einem Tag!


Was können wir aus dieser Geschichte lernen? Aufpassen, welches Visum man hat! Das kostenlose Dubai-Visum ist nur dann sinnvoll, wenn man maximal drei Wochen im Land bleiben möchte. Es kann nämlich nicht im Land verlängert werden. Das Touristen-Visum (4 Wochen gültig) kostet zwar 20,00 RO - dafür lässt es sich problemlos am Schalter im Flughafen um einen Monat verlängern (Verlängerung kostet ebenfalls 20,00 RO). Öffnungszeiten des Schalters, der im Abflugbereich des Flughafen Maskat sind: Samstag bis Mittwoch, 8 bis 13 Uhr. 

Nach all den Mühen: Eine weitere vollgestempelte Seite in meinem Pass. Ich mag Stempel :)

Dienstag, 22. März 2011

Andere Länder - andere Geschmacksrichtungen


Direkt bei mir ums Eck (sehr fatal) ist ein super günstiger Eisladen (ein Eis, ein Rial... Moment... das sind ja zwei Euro! So günstig ist der überhaupt nicht. Scheiß kleine Zahlen!). Dort gibt es frisch gepresste Fruchtsäfte, Milchshakes - und Eis in nie getesten Geschmacksrichtungen. Da kann eine immerhungrige Raupe wie ich nur eines machen: Sich beherzt durchs Sortiment fressen. Soweit so lecker: Saffron-Almond (obwohl ich auf die Mandeln verzichten könnte) und Chico (bräunlich... sah aus und klang als sei Schokolade drin, darum habe ich es auch direkt bestellt - ist aber eine kiwiähnliche Frucht, wie mir der Eisverkäufer erklärte).

Und so sehen Chicos aus. In Deutschland nennt man diese Dinger "Sapotille" (auch noch nie gehört). Schmecken angeblich außerordentlich süß und erinnern an "birnige" Schokolade mit einem Hauch von Zimt (muss mir ein Kilo Chicos besorgen).