Samstag, 22. August 2009

Das Versteckspiel beginnt: Erster Tag Ramadan ...

Der Ramadan hat begonnen. Zuerst war nichts zu bemerken. Es gab Frühstück wie immer und was mich wunderte: Sogar einige Ägypter waren anwesend und haben gegessen, obwohl die Sonne schon längst aufgegangen war. Erste Anzeichen war, dass Chris mich aufforderte, mein Shirt zu wechseln, weil es ein wenig Bauch zeigte. Da ich selbst Bedenken hatte, bin ich in was Langärmeliges geschlüpft. Und das erste was mein Ägypten-Husband dazu sagte: zu tiefer Ausschnitt. Naja... mein Vorrat an Kleidung ist eher begrenzt, also war das deutlich die züchtigere Variante. Dann wollte Chris die Wasserflasche nur in der Tasche durch die Hotellobby tragen - was ich doch etwas übertrieben fand, denn schließlich ist ein Hotel internationales Territorium. Oder nicht? Chris war außerdem überzeugt davon, dass das Starbucks geschlossen sein würde. Aber da behielt ich recht: Es war offen, nur sehr spärlich besucht. So verlassen haben wir es bisher noch nicht erlebt. Auch der Besuch in der Mall zeigte gravierende Unterschiede zum üblichen Treiben. Mehr als nur einige Geschäfte waren geschlossen, überall nur sonderbare Klänge, die wir - als Unwissende - als ein Äquivalent zu unserer Weihnachtsmusik interpretiert haben. Und dazu Weihrauch und Räucherstäbchen in Atembeschwerden verursachenden Dosierungen. Positiv: Es gab überhaupt kein Gedränge, denn alles war wie verlassen. Und erst da fiel uns überhaupt auf, dass auch der Verkehr auf der Corniche heute durchaus überschaubar genannt werden konnte. Dank Rauchverbot konnte man außerdem überall ohne blauen Dunst sitzen. Ägypten ist nämlich das letzte Refugium für Kettenraucher. Überall werden einem Kippen angeboten - und man kann jedem Einheimischen eine große Freude machen, wenn man ihm eine Schachtel hinhält, aus der er sich bedienen kann. Selbst im Bad in unserem Hotelzimmer steht ein Aschenbecher!

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