Langsam kann ich verstehen, was am Ramadan so toll ist. Das Buffet am Abend! Und das Gemeinschaftsgefühl. Denn was verbindet mehr, als kollektives Hungern und anschließend zusammen die überstandene Qual bei einem großen Festessen zu vergessen? Sonnenuntergang wird beim Fastenbrechen übrigens eher frei interpretiert. Sobald sich die Sonne dem Meeresspiegel nähert, ist sowieso praktisch Nacht. Die ersten Ägypter laden sich also schon vorab sehr großzügig kleine Berge auf ihre Teller. Wir waren trotzdem die ersten am Buffet (schließlich konnten wir uns als Europäer ohne Gewissensbisse eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang an die Töpfe wagen)! Chris wollte zwar noch warten, da es doch unhöflich sei, als „Ungläubiger“ als erstes ans Ramadan-Buffet zu gehen. Aber das fand ich mehr als hirnrissig, schließlich würde das Essen ja durch langes Warmhalten nicht besser, nur matschiger. Und schließlich hätte das Personal ja vorab was gesagt, wenn der offizielle Start erst ab Sonnenuntergang gewesen wäre. Also haben wir uns direkt bedient. Lauter arabische Spezialitäten, die einem Lust darauf machten sich kugelrund zu fressen! Bald wurde mir allerdings klar, dass zumindest für mich die 130 LE fürs Buffet rausgeschmissenes Geld waren. Denn bei den warmen Gerichten gab es vor allem Eines: reichlich Fleisch! Nicht einmal Fisch war zu finden. Ich habe also Salate und Gemüse gegessen, was alles sehr lecker war, aber eben keine 130 LE wert. Mit gemischten Gefühlen freute ich mich schon mal aufs Dessert-Buffet. Gemischt deshalb, weil es überhaupt nichts Schokoladiges gab. Und nicht mal Eis! Nur typisch Arabisches mit extra viel Zucker, Honig und Fett. Entsprechend schnell wurde uns schlecht. Ich hatte mir ausnahmsweise ja nur wenig Süßes auf den Teller gepackt, schon ahnend, dass es einem kleinen Zuckerschock gleich käme. Kein Wunder, dass so viele Ägypter Diabetes haben! Den letzten Rest hat uns aber unser Waiter gegeben, der uns mit irgendeinem orangenen Festsaft (so süß, dass man bereits nach zwei Schlücken bedient ist) abgefüllt hat. Wir konnten uns nur durch Verlassen des Restaurants gegen ein Wiederauffüllen unserer Gläser wehren.
Übrigens: Für Ägypter gilt nicht, dass die Augen größer sind als der Magen. Eher die Teller zu klein für den im Ramadan angesammelten Appetit. Dennoch: Mit zunehmendem Schwinden der Essensberge sahen auch die einheimischen Restaurantbesucher nicht mehr ganz frisch um die Nasen aus.
Überall stehen kleine, große und riesige Ramadan-Leuchter.
Man braucht nicht viel Fantasie, um hier Parallelen zum Weihnachtsfest zu sehen.
Die Lampe, klar. Aber wen soll die Pappfigur darstellen? Mohamed?
hört sich sehr skuril an, was aber wieder zu dir passt :-)
AntwortenLöschenliebe grüße nicole