Die Halbjahresexamen haben begonnen. Das Gute daran: Als Lehrer ist man von der Unterrichtspflicht entbunden, sobald die Klasse, die man unterrichtet, ihr Examen geschrieben hat.
Das Gewöhnungsbedürftige: Die ägyptische Korrekturtechnik. Die Halbjahresexamen dürfen das Schulgebäude nicht verlassen. Nachdem das Examen geschrieben ist, wird es von der Koordinatorin - in unserem Fall Dina - im Kontrollraum abgeholt. Alle Examen wurden von der Kontrolle in der Zwischenzeit nummeriert und anonymisiert. Es müssen alsdann drei Fachlehrer anwesend sein, ehe mit der Korrektur begonnen werden darf. Da helfen alle Freistunden nichts - sie verstreichen ungenutzt, bis genügend Lehrer anwesend sind. Sobald drei da sind, bekommt jeder eine Aufgabe zugewiesen, die dieser Lehrer für alle Kinder korrigiert. Hört sich einfach an... ist es auch, nur eben eine Menge Arbeit, denn es sind pro Klassenstufe ca. 100 bis 170 Kinder und 4 bis 8 Aufgaben.
Nachdem die Aufgabe korrigiert ist - mit Rotstift -, liest ein zweiter Lehrer gegen - und korrigiert mit Schwarzstift. Dann werden die Ergebnisse ausgerechnet (und natürlich gegengecheckt). Die undankbarste Aufgabe hat Dina. Sie muss mit Grünstift nochmal jedes Examen nach Korrekturfehlern durchsehen - und das dauert. Wenn dann endlich, nach ungefähr fünf Stunden das Prozedere ein Ende erreicht, müssen nur noch die Examen nach Sitznummern sortiert werden - dann dürfen wir gehen. Natürlich bedeutet die Tatsache, dass wir 5 Stunden nach Unterricht noch dableiben müssen nicht, dass wir später kommen dürfen. So haben die Korrekturtage rund 12,5 Stunden. Drei Examen sind vorbei - noch drei, ehe die Ferien beginnen. Und ich glaube nicht, dass ich schon mal dringender Ferien gebraucht habe...
Skandal!
AntwortenLöschenDas ist ja die reinste Schikane und Sklavenarbeit. Das gleichen wir dann in unserem Deutschland Urlaub alles wieder aus. ;-)