Freitag, 8. Januar 2010

Wie schwer kann das schon sein? Teil 1001 - Kofferschlösser reparieren

Wieder einmal hat sich meine Theorie bestätigt: Nichts ist wirklich Raketenwissenschaft - und Kofferschlösser reparieren ist gar nicht so schwer, wie man denkt. Und so begann meine 20-minütige Karriere als Schlösserdoktor. 
Chris (gereizt): Beim kleinen Koffer ist jetzt auch das Schloss kaputt.
Ich (genervt): Was hast du jetzt schon wieder gemacht? Neulich ging es noch!
Chris (noch gereizter): Ich hab gar nichts gemacht. Es geht einfach nicht mehr.
Ich: Schau halt mal im Internet nach, vielleicht ist das ein übliches Problem mit den Titan-Zahlenschlössern. 
Vorgeschichte: Einer unserer anderen Titan-Koffer ging neulich auch nicht mehr auf. Der steht jetzt verschlossen in Deutschland, bis wir wissen, wie wir ihn öffnen, ohne ihn zu zerstören. Wenigstens ist das jetzige Problem nicht ganz so schlimm. Der Koffer ist geöffnet und nicht geschlossen. Im schlimmsten Fall kann er mit Vorhängeschloss benutzt werden...
Während Chris im Internet nachschaut, übe ich mich als Schlossknacker und versuche herauszufinden, ob man wirklich Geräusche hört, wenn man die richtige Zahl eindreht. Ich glaube Geräusche zu hören - aber das Schloss geht trotzdem nicht auf.
Chris findet inzwischen heraus, dass das Personal am Flughafen Generalschlüssel für TSA-Schloss-Koffer hat und die Tatsache, dass das Schloss nicht mehr aufgeht, ein Hinweis dafür sein könnte, dass der Koffer vom Zoll geöffnet und dabei irgendwas im Schloss verschoben wurde. Weiter findet er heraus, dass man aus diesem Grund auf Flugreisen das Zahlenschloss gar nicht erst schließen soll.
Ich verliere die Lust am Safeknacker-Dasein und beschließe: Was angeschraubt wurde, kann auch abgeschraubt werden. Ehe ich das Innenfutter des Koffers aufschneiden kann, sehe ich Gott sei Dank den großen Reißverschluss in der Mitte und benutze diesen, um ans Schloss zu kommen. 
Ich schraube also das ganze Teil ab. Natürlich haben wir nur scheiß Schraubenzieher, die sich mitdrehen. Die schwerste Schraube lasse ich darum Chris mit brachialer Gewalt aufdrehen. Ergebnis: Das Schloss springt auf - und das ganze Innenleben des Schlosses heraus.
Ich (entnervt): Na toll! Jetzt kriegen wir das nie wieder zusammen.
Chris (sehr gereizt): Ich hab gar nichts gemacht, es sind Federn drinne.
Ich (kämpferisch): Mal schauen, vielleicht kann ich es nochmal zusammenbauen.
Und ich weiß nicht wie, aber 20 Minuten später hab ich das Schloss mit allen Rädchen und Federn wieder zusammen gehabt und zwar so, dass man es wieder öffnen und schließen kann! Mit der neuen Zahlenkombination 888. Da der Erfolg dieser Aktion zugegebener Maßen etwas unwahrscheinlich war, musste ich diese Leistung gleich mal in einem Blog-Eintrag festhalten. :-)


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