Mittwoch, 4. November 2009

Workshop mit Hindernissen

22. bis 24. Oktober 2009 


Ein Workshop! Yippie! Drei Nächte durfte ich in der ägyptischen Hauptstadt verbringen und alles Nützliche zum „Deutschen Sprachdiplom“ erfahren. Natürlich war die Reise mit kleineren Hürden ausgespickt. 

  • Für mich war irgendwie kein Hotel da gewesen. Also musste ich mich allein um ein Zimmer kümmern (wobei mich Barbara unterstützt hat). Als einzige war ich im Hotel Longchamps untergebracht - wie sich später herausstellen sollte, eine glückliche Fügung. Denn die Besitzerin war super nett und ich brauchte nur fünf Minuten zum Gebäude des DAAD, wo unser Workshop stattfand.
  • Ich hatte meinen Personalausweis mit - nicht meinen Reisepass (was mir natürlich erst kurz vor Kairo auffiel). 
  • Ich hatte den Zettel mit dem Namen meines Hotels in meiner Schultasche vergessen. Immerhin hatte ich die Telefonnummer. So konnte der Taxifahrer zumindest eine Wegbeschreibung bekommen.
  • Ich hatte nur 30 L.E Bargeld mit - und meine nutzlose Kreditkarte (die, mit der ich kein Geld abheben kann, weil ich die PIN nicht habe... die andere hatte ich zu Hause liegen lassen).

Nachdem wir Barbara und ihren Serge am Hotel Pyramisa abgesetzt hatten, fuhren Fahrer Ahmed und ich zu meinem Hotel. Ich war der Annahme, es heiße President (weil der Mann am Telefon immer davon sprach). In Wahrheit wollte er uns nur mitteilen, dass das von uns gesuchte Hotel nur wenige Minuten vom Hotel President entfernt ist. Das hatten natürlich weder der Fahrer noch ich verstanden. Ich wurde also im Hotel President abgesetzt, verabschiedete mich von Ahmed und ging glücklich ins Hotel - nur um festzustellen, dass man dort meinen Namen nie gehört hat. Ob ich vielleicht im „New President“ untergebracht sei (nur eine Tür daneben). Mir fiel direkt ein Stein vom Herzen und ich schleppte Sack und Pack zum „New President“ - wo man mich auch nicht kannte.
Verzweifelt sprach ich mit vor Panik gebrochenem Englisch auf ihn ein. Wir hätten doch gerade eben telefoniert! Der Fahrer sei jetzt weg und ich wüsste nicht, wo ich sei. Ich zeigte dabei auf die Nummer auf meinem Handy. Der nette Mensch an der Rezeption klärte mich darüber auf, dass das nicht die Nummer dieses Hotels sei. Also rief ich nochmal an - um festzustellen, dass ich im falschen Hotel war. Ohne Geld, ohne Auto, in einem fremden Moloch... mir wurde ganz mulmig. Ich gab das Telefon an den netten Menschen, der mir eine Karte zeichnete und meinte, dass ich nur fünf Gehminuten von meinem Hotel entfernt sei. Irgendwie glaubte ich das nicht so ganz, machte mich aber dennoch mutig auf den Weg. Ich mit meinem Koffer, allein durch das Dunkel Kairos (zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich mich in einer besseren Gegend befand... in Gedanken stellte ich mich schon auf etwaige Straßenkämpfe ein). Nach ein paar Minuten sah der Straßenverlauf nicht mehr ganz so aus, wie eingezeichnet. Also bat ich einen Polizisten um Hilfe. Dann kam ich ins Zielgebiet, aber es waren keine Hausnummern an den Häusern. Erneutes Nachfragen half erheblich weiter und ich fand ca. 10 Minuten nachdem man mich am falschen Hotel abgesetzt hatte, das richtige. Ich wurde sehr freundlich begrüßt - und das Sandwich gegen den Hunger ging aufs Haus. Der Mann an der Rezeption war sehr nett. Allerdings offenbarte er mir, dass er mir kein Zimmer geben könne, weil ich meinen Reisepass nicht mithätte. Ich schaute ihn sehr erschrocken an und brabbelte nur noch was vor mich hin. Als er merkte, dass ich das jetzt wirklich sehr ernst nahm, klärte er mich darüber auf, dass er nur einen Scherz gemacht hätte und sagte mir, ich solle mich beruhigen. Komisch fand ich das nicht wirklich, aber erleichtert war ich ungemein. 


Der Workshop war interessant. Vor allem der Austausch mit anderen Lehrern aus Ägypten und dem Libanon. Allen ergeht es wie uns hier. Und selbst die von Deutschland gesendeten Lehrer haben bereits nach Tag drei darüber nachgedacht, wieder nach Hause zu gehen. 


Zamalek ich übrigens richtig toll. Dieser Stadtteil Kairos wirkt so normal, dass man dorthin immer wieder gerne geht! Und ich hab einen super Buchshop gefunden - allerdings kamen mir die Preise etwas teuer vor. Und ich war ja ohne Geld unterwegs, also hab ich nur geblättert. Und wenn ich dorthin nochmal gehe, dann natürlich nur ins Longchamps - nicht nur, weil man dort Deutsch spricht, sondern vor allem, weil Frau Hebba so nett zu mir war (und diese Werbung hat sie sich wirklich verdient!).

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