30. Oktober 2009
Die Arbeit nimmt am Monatsende leider kein Ende. Die ersten Tests wurden am Dienstag und Mittwoch geschrieben. Für mich bedeutet das: Ich musste ca. 200 Arbeiten korrigieren und zensieren. Korrigiert ist mittlerweile alles - und die Kinder wussten leider weniger als erhofft. In der Klassenstufe 4 muss wohl ein Vokabeltest geschrieben werden, damit sich die Kids verbessern können. Einige hatten bei „Stelle dich kurz vor“ doch tatsächlich die drei Zeilen darunter mit „Stelle dich vor, Stelle dich vor, Stelle dich vor“ vollgeschrieben. Dabei hatte ich ausführlich auf Englisch erklärt, was zu tun sei. Andere haben gar nichts geschrieben - überhaupt nichts (außer ihren Namen). Etwa zehn Kinder brachen in Tränen aus und waren nicht mehr zu beruhigen. Vielleicht hätte ich doch keine Schreibschrift als Schriftart wählen sollen...
Drei Eltern haben bereits in der Schule angerufen, weil der Test zu schwer war. Natürlich die Eltern der Kinder, die überhaupt nicht zugehört haben, als ich erklärte - und sogar währenddessen den Unterricht so sehr störten, dass ich in zwei Klassen den Test vorzeitig einsammelte, weil die Kinder zu laut waren (worüber ich die Erzeuger gleich mal am Telefon ausführlich aufgeklärt habe... was wortreiche Entschuldigungen über das Verhalten ihrer Sprösslinge hervorrief). Irgendwie sind Kinder sehr schwer einzuschätzen. Der Test der Klasse 4 kam mir beim Aufsetzen so leicht vor, dass er mir fast peinlich war. Beim Test der Klasse 5 hatte ich bedenken, ob die Kinder das in einer Stunde schaffen. In real life waren die Viertklässler sichtbar überfordert - und die Fünftklässler zum Großteil in zehn Minuten fertig. Zum Lehrersein gehört vor allem eines: viel Erfahrung!
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