Freitag, 8. Oktober 2010

It's happening...

Ich habe die Falsche "Palm Doum" geöffnet - a herbal drink that strengthens your immunity (?) and the male hormone in cases of sexual impotence. Viel versprechend! Acht Monate stand sie unangetastet im Kühlschrank. Jetzt ist das Wasser aus (schon wieder!) und ehe ich die 13 Stockwerke zum Fathalla runtergehe, vernichte ich lieber erst alle Vorräte (meine Faulheit kennt manchmal wirklich keine Grenzen). Die Farbe ist seltsam, der Geruch auch (erinnert an Sauerkrautsaft) - aber es ist trinkbar (obwohl es wie Sauerkrautsaft riecht, schmeckt es süß und nach eingeweichten Pflaumen... ich sollte nicht wissen, wie die schmecken. Ich weiß.). So überlebe ich auf jeden Fall bis morgen - und gehe um 9 Uhr in den Markt. Wenn sich die Warteschlangen nicht bis zur Fleischtheke ziehen...

Montag, 27. September 2010

Ein schlimmer Verdacht...

Ich glaube, ich habe Ungeziefer im Bett! Ständig scheint mir was an den Beinen herumzukrabbeln, aber es ist so klein, dass ich es nicht sehen kann. (Auch möglich: Ich sehe zu schlecht oder kriege meinen Kopf nicht mehr nah genug ans Bein für meine Sehstärke. - Aber dieses Problem ist temporär, denn ich mach' ja jetzt täglich Yoga. Zumindest einmal in der Woche. *g*) Auf meinem Arm habe ich schon so ein Tierchen entdeckt, aber es schien mir eher eine Buchlaus zu sein. Davon hatte sich nämlich neulich ein Volk in meiner Ausgabe von "Anna Karenina" eingenistet. Nachdem ich den Schmöker über Nacht tiefgefroren hatte, war das Problem allerdings behoben. Dachte ich. Bis eben. Ob sich das ständige Essen und Rumkrümeln im Bett jetzt doch rächt? Vielleicht sollte ich mal das Laken wechseln. Oder Insektenspray drauf sprühen. Keine Angst, Chris. Das war ein Scherz! Morgen wechsle ich das Laken. Oder übermorgen. Und falls es nicht gewechselt ist, ehe du wieder nach Alex kommst: Selbst ist der Mann! ;)

Donnerstag, 23. September 2010

Griechische Tragödien für Gelangweilte

Heute habe ich mir mal einen Einblick in das Kulturprogramm der Bibliothek Alexandria verschafft...

Erster Akt: The Trojan Women. Für alle Banausen - das ist von Euripides. Die Rezension im Netz ließ schon nicht viel erwarten. Es ist eines von Euripides schwächeren Stücken. Bei griechischen Dramen will das schon was heißen, die sind ja alle per se ziemlich öd. Dennoch bin ich hin. Mein gewöhnlicher Tagesablauf zurzeit wäre noch öder gewesen. Erste Überraschung: Der Eintritt war wirklich frei. Zweite Überraschung: Das Kino ist sogar richtig nett. Dritte Überraschung: Kathrine Hepburn in der Hauptrolle. Alle weiteren Überraschungen waren nicht gut: ein schreiendes Kind im Saal, die übliche „Wenn mein Handy klingelt, geh ich auch im Kino ran und unterhalt mich“-Mentalität der Ägypter. Neu war allerdings, dass eine Besucherin ihr Handy nur leiser gestellt hat und es minutenlang weiter klingeln ließ. Wäre der Film spannend gewesen, hätte ich mich mehr darüber aufgeregt. Zum Film selbst gibt es nicht viel zu sagen - außer: In Troja nichts Neues. Wichtigste Stilmittel des Regisseurs: der vielsagende Blick, der endlose Monolog, der anschwellende Schrei. Gewagt waren zwei Nacktszenen, in denen man sogar den Busen von Helena und den Hintern einer Toten sah. Auch einen Kinderhintern gab es zu sehen. Dasselbe Kind wurde übrigens in den Tod gestürzt - einen Steinfelsen vor Troja hinunter.
Es war das erste Mal, dass ich mir wirklich gewünscht hätte, es gäbe eine Pinkelpause. Gefühlte fünf Stunden später war die Sternstunde der Filmgeschichte auch schon vorbei - gedauert hat der Film nur 120 Minuten. Das fluchtartige Verlassen der Anwesenden am Ende der Vorstellung sagt eigentlich alles. Gewundert hat mich nur, dass alle bis zum Schluss ausgehalten haben. Ich selbst blieb nur sitzen, weil ich zwischen Ägyptern saß und nicht unauffällig gehen konnte. Dennoch: Morgen gehe ich zum dritten Akt - Elektra. Ebenfalls von Euripides, ihr Banausen! :)
Noch eine Randnotiz: Ich bekam heute ein Kompliment von meiner Kollegin Dina. Scheinbar haben meine erzieherischen Ansätze im Unterricht was gebracht. Dina hat meine Klassen übernommen und die Kids haben selbstständig das Ruhezeichen gemacht, ohne, dass Dina was machen musste. Innerhalb von fünf Minuten war Ruhe! Wenigstens etwas. Obwohl. Deutsch konnten sie scheinbar auch ein wenig. :)

Montag, 13. September 2010

Für ein Koshery reicht's immer!

Hurra, ich muss nicht verhungern! Habe mein letztes Kleingeld zusammengeklaubt und geh mir davon jetzt mal was Warmes kaufen. Gut, dass in Ägypten ägyptisches Essen billig ist - und vor allem: gut, dass mein Magen so ziemlich alles unbeschwert verdaut. :)

Zurück im wilden Süden


Ich bin wieder in Alexandria. Und kämpfe gleich mit den üblichen Verdächtigen: Mir ist schlecht, ich hab kein Geld zu Hause, Kühlschrank ist leer - und Gas ist aus.
Die letzte warme Mahlzeit gab‘s im Flieger (also vor zwei Tagen). Und schlecht wurde mir davon auch gleich. Im Flugzeug von Kairo nach Alexandria habe ich nur gepennt und das, obwohl ich neben mir einen Deutsch sprechenden Ägypter sitzen hatte, der so aussah, als wäre er in Redelaune. Hinterher tat mir das leid, denn an der Gepäckausgabe hat sich der Ägypter als äußerst nett entpuppt. Wir kamen ins Gespräch und er bot mir an, mich mit nach Mandara zu nehmen. Schon der zweite Sitznachbar im Flieger, der mir das Taxigeld erspart hat. :)
So hatte ich gestern glücklicherweise noch rund 70 Pfund um Wasser, Obst und Joghurt zu kaufen. Das muss jetzt bis morgen reichen, dann geht die Kreditkarte wieder. Scheiß Tageslimit. 
Und es gibt Neuigkeiten: Das Fathalla, in dem ich immer einkaufe, ist jetzt ein Stockwerk größer. Mehr zu kaufen gibt es nicht - aber beim Kaufen hat man jetzt mehr Platz. Zwar nicht an der Kasse, aber überall sonst.
Außerdem bin ich seit heute fleißige Studentin: Ich hab schon ein Kapitel gelesen und wild drin rummarkiert.