Montag, 19. April 2010

Nutella-Ersatz

Eigentlich ist es ja ganz logisch. Nutella kann man auch selbst machen. Gemacht hab ich es bisher noch nie - aber im Ausland wird man einfältig ähm einfallsreich. Also hier das Rezept (meine eigene Kreation - mehr oder weniger):


80 gr. geröstete Mandeln
10 TL Sonnenblumen-Öl
6 TL Honig
1 TL Kakao
1 Päckchen Süßstoff (für ganz Süße *g*)


Das alles in den Mixer und schön klein pürieren. Derweil eine Tafel 90%ige Schokolade im Wasserbad schmelzen (wer die schon mal probiert hat weiß, dass man damit kaum was anderes machen kann). Sobald die Schokolade geschmolzen und die Nussmasse cremig ist, alles mischen. Gut verrühren und dann ab in die Vorratsdose.


Ob die Nussmasse wirklich cremig wird, kann ich allerdings nicht sagen. Mein Mixer ist vorher durchgebrannt - ist eben beste ägyptische Qualität. Oder vielleicht hätte ich doch etwas mehr Öl nehmen müssen? Wer weiß das schon? Jedenfalls kann sich das Ergebnis schmecken lassen. Und es ist ruckzuck gemacht. Nur zum Fathalla gehen und ein Glas Nutella kaufen ist schneller (und wahrscheinlich auch billiger). Aber Nutella machen macht Spaß - und den kann man nicht kaufen. ;)

Sonntag, 4. April 2010



In diesem Sinne: Lasst euch die Schokohasen schmecken, genießt die freien Tage - und frohe Ostern. :)

Sonntag, 28. März 2010

Burning Man für Arme

Man nehme: 
- einen technisch "hochbegabten" Freund (THF)
- einen Gasherd
- mindestens 10 Zauber-Streichhölzer (die nur dann nicht zünden, wenn der THF sie in Händen hält)
- und eine Freundin, die unbedingt will, dass ihr THF den Backofen selbst anzünden lernt

Und so wird's gemacht:
1) Man schicke den THF in die Küche und sage: "Mach mal den Backofen an." Man achte dabei nicht auf eventuelle Proteste seinerseits wie "Ich kann das nicht!" und "Dann essen wir eben keine Brötchen." oder "Ich werde mich verletzen."
2) Nach immer entnervter klingenden "Der Ofen geht nicht an"-Rufen aus der Küche, geht man mal nach dem Rechten schauen.
3) Man demonstriert die Einfachheit des technischen Geräts, indem man den Ofen anzündet, dann ausmacht und nochmals auf die Öffnung zeigt, an die das Streichholz gehalten werden muss.
4) Wenn der THF sich weiter weigert, muss man darauf bestehen, dass er es dennoch selbst macht - schließlich muss man einen Ofen anzünden können (oder?).
5) Nachdem der THF es endlich geschafft hat, das zehnte Streichholz zu entflammen (die vorherigen erloschen durch ängstliches Zittern der Hand bereits auf dem Weg zum Ofen), fordere man ihn auf, das Streichholz an die Anzündestelle zu halten. Das technische "Fachwissen" des THF wird ihn automatisch dazu verleiten, den Arm viel zu weit in den Ofen zu halten. Dazu muss man wissen: Ein THF sieht besser als der Durchschnittsmensch. Und deswegen hat er natürlich - ungeachtet der ausführlichen Demonstrationen der Freundin - eine Anzündestelle weiter hinten im Ofen entdeckt und zum Anzünden für geeigneter befunden.
6) Der große Lacher ist übrigens für den THF weniger lustig (zumindest hat er weniger gelacht als ich): Sobald der THF seinen Arm mit dem brennenden Streichholz in den Gasherd steckt (aus dem inzwischen bereits viel zu lange Gas strömt - das Streichholz ging ja nicht früher an!), kommt ein kleiner Feuerball aus dem Ofen geschossen.

Und das haben wir gelernt:
1) Die Haare verbrennen, ehe man realisiert, was passiert ist.
2) ERST das Streichholz anzünden. Dann das BRENNENDE Streichholz ans Anzündeloch halten - und DANN erst das Gas andrehen.
3) Und: Wer Angst vor Gas & Feuer hat, bringt sich in Gefahr.
4) Naja... und vielleicht auch, dass man jemandem, der Angst vor Gas & Feuer hat, das Anzünden eines Gasofens doch nicht so einfach beibringen kann. Aber ich werde es weiter versuchen - mit längeren Streichhölzern. ;)

Gott sei Dank ist außer einem Schreck und einem sehr eingeschnappten THF nicht viel passiert. Der Ofen war übrigens nach der Aktion nicht an. Das blieb mir überlassen, denn der THF war nach diesem traumatischen Erlebnis zu keinen weiteren Versuchen mehr zu bewegen. Ach ja: Christian - mach doch für unsere Leser mal ein Bild von deinem haarlosen Arm. :)

Mittwoch, 17. März 2010

Krank, kränker, Andrea

Bevor ihr euch jetzt Sorgen macht: Ich bin wieder gesund. Aber kurzzeitig habe ich - dank ausgeprägten Hypochondertums - das Schlimmste befürchtet. Allerdings erst, nachdem der Arzt kam. Was war passiert?
Als wir von unserem Wochenendtrip nach Kairo zurückkamen, fühlte ich mich förmlich erkranken. Am Montag war's dann soweit. Diarrhöe! Schon wieder? Och nö! Allerdings war's dieses Mal bedenklich schlimm. Mit Brechreiz und Schwächegefühl und leicht erhöhter Temperatur. Da dachte ich mir: Heute quäle ich mich bestimmt nicht zur Schule - also habe ich gleich mal dort angerufen, um mein Nichterscheinen anzukündigen.
Problem war nur: Da ich nicht schon wieder einen Tag vom Gehalt abgezogen bekommen wollte (keine Angst: Ich werde mich noch gegen diese himmelschreiende Ungerechtigkeit wehren!), musste möglichst bald eine Bescheinigung vom Arzt her. Aus dem Haus wollte ich aber in meinem Zustand auch nicht. Die Rettung aus dieser Zwickmühle: der house call. Man sagte mir, dass das German Hospital (das entgegen seines Namens nur eine arabische Website zu bieten hat) auch Hausbesuche mache. 
Als sich gegen Abend abzeichnete, dass ich mehr als einen Tag würde zu Hause bleiben müssen, sah mein Krämerherz keinen anderen Ausweg mehr: Chris musste den Arzt anrufen. Um 22.30 Uhr tauchten dann auch zwei Männer an unserer Tür auf. Einer war als Arzt verkleidet. Er war aber scheinbar nur ein Helfeshelfer, der den Koffer trug. Der richtige Arzt machte einen vertrauenswürdigen Eindruck und diagnostizierte Durchfall. Da war ja auch kaum eine Fehldiagnose möglich. Dann jedoch wurde es ernst. Er hielt eine Spritze mit schmerzlindernder Substanz für dringend notwendig. Und da ich ja nicht als Simulant gelten wollte, dachte ich mir: Ach... ne kleine Spritze wird schon keinen großen Schaden anrichten. Das war, ehe mir klar wurde, dass der Helfeshelfer (fortan: HH) die Spritze setzen würde. Dieser holte jedoch einen Einweghandschuh aus seinem Köfferchen, was mich ein wenig beruhigte. Ich widmete meine Aufmerksamkeit wieder dem Arzt. Ein schwerwiegender Fehler, denn als der HH den Gummihandschuh nicht etwa an der Hand trug, sondern um mein Handgelenk wickelte, um das Blut zu stauen, hätte ich mir schon gewünscht, ich hätte gesehen, ob die Nadel steril verpackt gewesen war. Panisch wurde mir bewusst, dass er vorhatte, mich in eine Vene meiner Hand zu stechen. Bei Spritzen bin ich eigentlich eher leidensfähig. Aber das war mir dann doch ein bisschen heikel. Doch wie gesagt: Was tut man nicht alles, um nicht als Simulant dazustehen und einen Krankenschein zu bekommen. Etwas mulmig wurde mir, als ich bemerkte, dass der Wattebausch, mit dem er die Einstichstelle abtupfte, gar nicht feucht von Desinfektionsmittel war. Ich wollte schon Einwände erheben, da begann der HH bereits mit dem Stechen. Er gab sich auch alle Mühe, die Vene sehr bald zu finden - und es tat auch nur ein wenig weh. Aber die Panik war groß. Zumal ich mit ansehen musste, wie er - gefühlt viel zu langsam - die Nadel tiefer und tiefer schob. Und als er die Flüssigkeit in mich spritzte, sah ich doch tatsächlich Luftbläschen. Es mag eine Einbildung gewesen sein, denn ich lebe ja noch. Wahrscheinlicher ist, dass mich nur das Adrenalin, das nach dieser Aktion durch meine Adern schoss, überhaupt am Leben erhalten hat. Jedenfalls dachte ich mehrere Minuten lang, ich müsse ganz sicher den Löffel abgeben. Wie man sieht: Es ist nicht passiert und ich denke wieder klarer. Und bei klarem Verstand kann ich nur sagen: Der Arztbesuch hat nicht geschadet, denn ich bin wieder gesund (was wohl auch ohne Arzt geschehen wäre). Und günstig war's: nur 210 L.E (rund 30 Euro). Meinen Krankenschein habe ich auch (obwohl ich noch nicht weiß, ob es der ist, den ich für meinen Arbeitgeber brauche - denn den Block mit Krankenscheinen hatte der Arzt im Krankenhaus vergessen). Und der Durchfall hatte auch was Gutes: Ich muss diese Woche nur zweimal zur Schule!  

Sonntag, 7. März 2010

Long time no see

Ich weiß, ich weiß - hab schon lange nichts mehr von mir hören lassen. Und ich bin mir meiner Nachlässigkeit bewusst. In dieser Woche habe ich mir vorgenommen, über alle Neuigkeiten hier zu schreiben.
Zwischenzeitlich habe ich jedoch eine wichtige Entdeckung gemacht, die überhaupt nichts mit Ägypten zu tun hat. Habt ihr gewusst, dass es im iTunes-Store eine Sektion gibt, die sich iTunes U nennt? Nein? Dann schaut unbedingt mal rein. Hier kann man kostenlos (!) alles mögliche herunterladen.
Ich ziehe mir gerade Arabisch for Beginners, French for Beginners, Russian for Beginners und alle Englisch-Kurse herunter. Aber es gibt nicht nur Sprachkurse, sondern auch Literaturbeiträge (unter anderem einen Kurs für Englische Literatur, Kreatives Schreiben usw.). Bis zur Mathematik-Abteilung bin ich noch überhaupt nicht vorgedrungen. Ladet runter Leute, ehe die auf die Idee kommen, was dafür zu verlangen. Habe bisher nur in Arabisch reingehört - und das scheint mir von guter Qualität zu sein. Aber macht euch selbst ein Bild. Viel Spaß beim Stöbern und Downloaden. :)