Sonntag, 27. Februar 2011

Im Büro von Muriya

9 Uhr
Obwohl alles geklärt schien bevor ich hierher kam, muss ich jetzt ein Verhandlungsgespräch führen. Habe überhaupt keine Lust dazu. Was soll das Ganze? Und warum ist immer alles so kompliziert?
15 Uhr
Gespräch geführt. Soweit hat sich alles geklärt und meine Konditionen werden mehr oder weniger akzeptiert. Etwas Optimismus macht sich breit. Das blöde Bauchgefühl habe ich aber leider immer noch. Heiliger Schwur an mich selbst: Wenn es mir nicht gefällt an der Schule, werde ich NICHT wieder ein Gefühl von Schuld und Sühne entwickeln. Ich werde sagen, was mir nicht passt - und wenn es nicht geändert wird, packe ich meinen Koffer und gehe. Schließlich bin ich niemandem etwas schuldig. (Note to self: Read this entry daily!)




Hier ist die Zentrale der Firma, für die ich arbeite.

Und ja, es gibt auch ein offizielles Firmenschild. 

Ein kleines Dorf im Nirgendwo...

Qantab (Oman)
Donnerstag, 24.02.2011 - 15 Uhr
So far no good. Die Arbeitsstelle ist nicht in Muscat, sondern außerhalb. Sehr weit außerhalb. 30 Minuten mit dem Auto - durch die Bergstraße wird die Fahrt zu einer Odysee durchs Nirgendwo. Das Schulgebäude ist ein Stacheldraht umzäunter Blechcontainer-Komplex.


Es fehlen nur noch die Wachtürme und die Schäferhunde, um das Bild perfekt zu machen.
Die Container sind jedoch nur eine vorübergehende Lösung, denn die Schule wird erst noch gebaut. Dennoch: Der Sommer ist darin bestimmt kein Spaß. Hier einige Impressionen vom Schulgebäude, das voraussichtlich in drei Monaten zum Dienst bereit steht. 


Schule von außen.

Schule von innen.


Die angebliche Halbtagsstelle ist nicht wirklich eine (ich soll zwar fünfzehn Stunden pro Woche unterrichten, wie vereinbart - aber den ganzen Tag an der Schule bleiben. Und die Stunden sind auch schön über den Tag verteilt). Die Arbeitswoche hat sechs Tage (What? Das war so nicht ausgemacht!). Unterkunft wird gestellt ist zu übersetzen mit: Unterkunft musst du dir selber suchen, aber wir stellen einen Teil des Geldes (und selbst den geben wir ungerne). Immerhin habe ich ein Bett mit Bad in Qantab. Hin kann ich nirgends (Dorf am Meer). 



Reinhards Bed and Breakfast.

Die Ziegen dürfen natürlich in einem echten Dorf nicht fehlen.

Zimmer ist ganz idyllisch.
Und ein eigenes Bad habe ich auch (wichtiges Wohlfühlkriterium!)


Internet hab ich nicht, Stick auch nicht. Handy funktioniert nicht - das Aufladen mit Prepaid-Karte hat nicht funktioniert (dachte mir schon, dass ich dazu eine andere SIM-Karte brauche). Der Akku neigt sich dem Ende zu - und ich habe das Ladegerät zwischen Kapstadt und hier irgendwo verloren. Alles scheiße. Essen gibt‘s auch keins. Fühle mich gestrandet und verloren. Ach ja: Habe ich schon erwähnt, dass mein Chef in Spe (Gerhard) angedeutet hat, er wolle die Gruppe teilen, sodass ich dann auf 24 Unterrichtsstunden käme? Da habe ich aber gesagt, dass ich dazu auf keinen Fall bereit bin. Unterschrieben habe ich noch nichts. Und ich bin mir gar nicht sicher, ob ich das überhaupt machen will. Wenn dann nur zu anderen (also den vereinbarten) Konditionen! Habe ein seltsames Bauchgefühl. Aber das Land ist so schön! Vielleicht leiht mir Nancy (Zukünftige Kollegin. Kanadierin und sehr nett. Wirkt direkt kompetenter als eine gewisse andere Kollegin von mir.) ihr Auto? Hm. Alles scheiße. Und anrufen kann ich auch keinen. Mist. Mist. MIST! 
Soll ich 20 Minuten zu diesem Hotel laufen, das angeblich hier zwischen den Hügeln liegt? Ich hab kein Handy... wenn was passiert kann ich keinen erreichen. Scheiße ist das! 


19.30 Uhr
So far - a little better. Nancy hat mich zum Lulu Hypermarket gefahren. Jetzt habe ich eine Handykarte, ein neues Ladegerät (für insgesamt 10 Euro), Lebensmittel (Schokolade! *g*) - und Seife (ja, auch die habe ich unterwegs in einem Hotel vergessen... habe inzwischen an jedem einzelnen Ort etwas liegen lassen!). Dazu kamen mehrere Gespräche mit Nancy und den zwei Schweizern, die heute noch dazu gekommen sind und hier im Haus übernachten (reisen schon seit viereinhalb Jahren durch die Welt!). Auch Chris habe ich erreicht und es ist klar: Morgen wird Tacheles geredet - und wenn der Vertrag nicht entsprechend ist, dann fahre ich halt wieder. Schließlich habe ich eine Wohnung in Alexandria. 
Lustig: Der Omani am Nawras-Stand, der mir eine SIM-Karte verkaufte und dem ich aus Verzweiflung gleich meine ganze Lage ins Ohr gedrückt habe, meinte ich solle den Vertrag annehmen und mir von hier aus was Besseres suchen. Und - was der heutige Spruch des Tages wird, auch wenn ich den Wahrheitsgehalt der Aussage bezweifle: „It‘s better to have a bad day in a foreign country than to have one at home.“
Übrigens: Habe das verloren geglaubte Ladegerät gefunden - natürlich war es im Rucksack, den ich vorher komplett durchsucht hatte.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Um 22.20 Uhr geht's los...

... und dann bin ich mal gespannt, was mich im Oman so erwartet! Bin schon sehr aufgeregt, fühle mich inkompetent und total überfordert - alles genau wie immer, wenn mich was Neues erwartet. Es wird also bestimmt alles gut. Dennoch: Daumen drücken ist nie verkehrt! :)

Sonntag, 6. Februar 2011

Where life comes with a hint of mint!

Ab 1. März bin ich für vier Monate Englisch-Lehrerin - am schönsten Flecken der Erde: dem Oman. Hier schon ein paar Impressionen aus der Altstadt von Muscat (wir waren ja schon ein paar Mal dort *g*). Bilder vom Meer werden nachgereicht!





Freitag, 4. Februar 2011

What a difference a day makes!

Okay, Plündern können die Ägypter doch sehr gut. Und so viel Schaden wurde in einer einzigen Nacht angerichtet? Mich würde mal interessieren, wie viele Leute sich da als Plündertrupp zusammengerottet hatten.





So schnell werden wir dort wohl nicht wieder Kaffee trinken.